„So klingt das Leben“

(Spanien/ 112 Minuten/ Start in Deutschland: 16. 07. 2026)

Wahrhaftig. – Eine Dorfgemeinschaft kämpft gegen die Trauer. Vor zwei Jahren hat das Meer einige der ihren bei einem Schiffsunglück in den Tod gerissen. Seitdem liegt Düsternis über dem kleinen galizischen Ort A Guarda. Da kommen einige auf die Idee, neuen Lebensmut aus der Kraft des Musizierens zu ziehen. Denn vor der Tragödie wurde die Tradition der Rondellas eifrig gepflegt. Rondellas sind Wettbewerbe von großen Bands mit geschickten Fahnenträgern, die akustisch und optisch effektvolle Shows bieten, meist mit traditionellen Liedern und Tänzen. Im Wettbewerb gelten strenge Regeln. Vorab ist also intensives Üben notwendig. Der Gedanke, es wieder einmal zu versuchen, stößt nicht sofort auf einhellige Zustimmung. Die jetzt 18-jährigen Andrea (Judith Fernández), eine hochtalentierte Musikerin, deren Vater zu den Opfern des Unglücks gehört, ist beispielsweise äußerst skeptisch. Doch ausgerechnet ihr kommt bei dem dann doch gestarteten Vorhaben eine sehr besondere Rolle zu …

   Die Kraft von Musik wird im Kino gern gefeiert. Insofern wird hier grundsätzlich Bekanntes geboten. Entscheidend ist das Wie. Autor und Regisseur Daniel Sánchez Arévalo setzt auf eine wirkungsvolle Balance von Melancholie und Humor. Lakonischer Witz und unverstellte Menschlichkeit gehen Hand in Hand. Dabei wird erst im Finale heftig auf die Gefühlstube gedrückt. Wobei: Das Ende fällt erfreulicherweise anders aus als es in einem 08/15-Film der Fall wäre. Von 08/15 kann hier sowieso nicht die Rede sein. Clevere Story-Führung, exzellentes Schauspiel und die sensible Regie sorgen für das gewisse etwas. Dabei fällt insbesondere auf, wie differenziert die Milieuschilderungen ausfallen. Selten wird Arbeitsalltag, hier der von Fischern, mit allem Licht und Schatten derart genau in einem Unterhaltungsfilm gespiegelt.

   Unterhaltung ist   d a s   Stichwort. Darauf ist der Film aus, nicht mehr, nicht weniger. Musik wird dabei nicht als Lebenselixier verklärt. Gefiert wird viel mehr, wie eine beim Musizieren zueinander findende Gemeinschaft gestärkt wird. Womit die Tragikomödie dann doch über die erzählte Geschichte auf gesellschaftliche Fragen hinausweist.

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