„Meine Frau weint“

(Deutschland, Frankreich /93 Minuten/ Start in Deutschland: 11. 06. 2026)

Raffiniert. – Die Kino-Arbeiten von Angela Schanelec sind keine Blockbuster, wollen sie nicht sein. Oft drängt sich der Eindruck auf, es eher mit einem Werk der bildenden Kunst als mit einem Spielfilm zu tun zu haben. Etiketten wie streng und spröde kommen einem in den Sinn. Das guckt sich nicht eben mal so weg. Gut so.

   „Meine Frau weint“ beginnt mit einer minutenlangen starren Einstellung: Ein Mann, Kranfahrer Thomas (Vladimir Vulević), sitzt vor einer Wand auf einem Stuhl und schweigt. Der erste Schnitt kommt einem wie eine Erlösung vor. Und „Erlösung“ ist ein interessantes Stichwort. Denn es geht im Folgenden um diesen Mann und andere Personen, die Gefangene sind. Sie sind in Sprachlosigkeit gefangen. Zwar kennen sie viele Worte, sind aber nicht in der Lage, wirklich miteinander ins Gespräch zu kommen.

   Angela Schanelec beobachtet scharf, präzise, konzentriert. Viele Szenen muten an wie Momente einer Theateraufführung. Dabei wird, was einen staunen lässt, der gesamte Lebenskreis von Geburt bis Tod abgeschritten. Wobei immer wieder ein schön-kauziger Humor aufblitzt. Das kulminiert in einer wunderbar-surrealen Tanzszene, die einem den schönen Gedanken schenkt, doch einfach mal mutig abzuheben, um auf dem Boden der Realität anzukommen – und dabei nicht allein zu bleiben.

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