(Deutschland, Griechenland, Ungarn/ 97 Minuten/ Start in Deutschland: 05. 08. 2026)
Originell und gedankenreich! – Das ist wirklich mal neu: ein Huhn als Filmstar, ein echtes, kein am Computer oder sonst irgendwie animiertes. Nach krassem Einstieg, dokumentarischen Bildern aus einer Brutfabrik in Griechenland, wird’s erstmal possierlich. Der Protagonistin des Films, eine namenlose Henne, verkörpert von acht verschiedenen Artgenossinnen, gelingt die Flucht in die Freiheit. Ersten Feinden, einem hungrigen Lastwagenfahrer und einem jagdlustigen Fuchs, entkommt sie. Dann landet sie auf einem Hühnerhof. Nun wird alles Amüsement von einer gallebitteren Auseinandersetzung mit den dunkelsten Facetten der menschlichen Existenz beleuchtet: Das Huhn gerät nämlich in die Nähe von Menschenhändlern, skrupellosen Schleusern von Migranten …
Die ungarisch-griechisch-deutsche Koproduktion zeichnet ein düsteres Bild von der Brutalität der modernen Industriegesellschaften. Massentierhaltung und Ausbeutung von Menschen ähneln einander auf erschreckende Weise. Fängt György Pálfi das Publikum erst mal mit Unterhaltsamem ein, konfrontiert er es schließlich mit scharfer Kritik an enthemmter Profitgier. So ungewöhnlich der Film formal ist, so gedankenreich ist er auch. Empfehlenswert für alle, die das Besondere fern des Mainstreams schätzen.