„In meinem Kopf ist eine Achterbahn“ (d’haus/ Schauspielhaus/ Kleines Haus)
Wonne fürs Gemüt und für den Geist. Dieser Abend erfreut in mehrfacher Hinsicht. Die größte Freude: Schauspielstar André Kaczmarczyk als künstlerischer sowie Pianist Matts Johan Leenders als musikalischer Leiter und – vor allem – die Studierenden des Düsseldorfer Schauspielstudios sind nicht der Versuchung erlegen, auf die Tube zu drücken. Die angekündigten Chansons, Lieder und Schlager über die Liebe, durchweg originell arrangiert, bestechen insbesondere mit leisen Tönen. Herausragend etwa die Interpretationen von Jacques Brels „Ne me quitte pas“ und von Tim Fischers „Rinnsteinprinzessin“. Schlichtweg sensationell: Stephen Sondheims „Send in the Clowns“. Die von schon vielen weltbekannten Interpretinnen und Interpreten in Sentimentalität ertränkte Sehnsuchtsballade erklingt hier in einer tatsächlich herzergreifenden Schlichtheit. Zu Recht gab’s dafür in der Premiere einen hörbar ergriffenen Bravo-Ruf.
Leider verrät der Programmzettel nicht, welche der Studentinnen und welcher der Studenten was singt. So sind namentliche Würdigungen bedauerlicherweise nicht möglich. Zu sehen und zu hören: Talent, Talent, Talent. Nicht jede Nummer zündet, aber auffallend viele. Klug der Aufbau des Abends: vorm Glitzervorhang, in der Regel neben dem Flügel (dran sitzt Matts Johan Leenders) stehend, wird gesungen. Gefordert ist neben stimmlicher Gestaltung so einiges an aussagestarker Mimik und Körpersprache. Nie und nirgends tüncht inszenatorischer oder darstellerischer Firlefanz irgendwas zu. Die jungen Leute müssen liefern. Das tun sie. Und wie! Man wünscht jeder und jedem, dass sie oder er nach dem Abschluss der Ausbildung hier oder da oder natürlich auch dort ganz groß rauskommt.