„Horst Schlämmer sucht das Glück“

(Deutschland/ 93 Minuten/ Start in Deutschland: 26. 03. 2026)

Nett. – Hape Kerkeling gehört zweifellos zu den politisch engagiertesten Künstlern hierzulande. In vielen Interviews wird er nicht müde, für eine Stärkung der Demokratie einzutreten. Sympathisch! Das vor allem auch deshalb, weil er auf Freundlichkeit im alltäglichen Miteinander schwört.

   Freundlich ist sein neuer Kinofilm. Nett. Leider nicht mehr. Siebzehn Jahre nach seinem Abgang von Film und Fernsehen ist Horst Schlämmer zurück. Hape Kerkeling hat seine Erfolgsfigur aus den 2000er Jahren reanimiert. Der zauselige Meckerkopp, so der Ausgangspunkt des Films, hat das Gefühl, seine Landsleute hätten das Lächeln verlernt. Drum begibt er sich einmal quer durch Deutschland, hoffend, die Tristesse des Alltags wegzukriegen. Lachtherapeutin, Drogendealer, Passanten, auch Promis wie Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki werden ausgefragt. Am erfolglosesten ist Horst Schlämmer als er einem gewissen Hape Kerkeling begegnet. Diese Szene ist die pointierteste des ganzen Films. Ansonsten laden viele Gags allenfalls zu einem leisen Schmunzeln ein.

   Rührend: H. Sch. hofft auf einen persönlichen Glücksmoment durch eine persönliche Begegnung mit seinem Ideol, der (fiktiven) Schauspielerin Gabi Wampel (Tahnee Schaffarczyk), einst Star zahlloser TV-Traumfabrik-Serien. Ausschnitte daraus hat der Horst stets auf dem heimischen Fernsehgerät und auf seinem Mobiltelefon parat. In denen darf Hape Kerkeling sein schauspielerisches Talent in -x Rollen entfalten. Hut ab! Es ist wirklich grandios, wie er in Sekunden mehr als Typenskizzen erschafft.

   „Hut ab!“ auch im Bann der Grundhaltung des Films: Krawall wird nicht geboten, es geht rundum freundlich zu. Menschenliebe pur. Wirklich schön. Nur wünscht man sich heutzutage doch gerade wegen der Menschenliebe, dass gegen Menschenfeindliches mit mehr als einer „Wir haben uns doch alle lieb“-Attitüde angegangen wird. Ja – das Glück kann schon in einem kleinen Lächeln liegen. Ein abendfüllender Spielfilm braucht jedoch etwas mehr.

Schreibe einen Kommentar