„Frühstück bei Audrey“

(Frankreich/ 80 Minuten/ Start in Deutschland: 10. 09. 2026)

Lustig. – Ovid (vermutlich 42 v. Chr. bis 17 n. Chr.) war wohl der erste, der den Traum von Männern, sich eine Frau nach eigenem Bilde zu schaffen, künstlerisch verwirklicht hat. Bei ihm ist es der Bildhauer Pygmalion. Eine seiner Statuen lässt ihn in Liebe entbrennen und wird dank göttlicher Hilfe zu einer schönen, fügsamen Frau. Das literarische Motiv wurde inzwischen mehrfach variiert. „My fair Lady“, das auf George Bernhard Shaws Schauspiel „Pygmalion“ basierende Schauspiel, gilt als Welthit. Auch die Kino-Spielfilme „L.I.S.A. – der helle Wahnsinn“ und „Mannequin“ wurden populär. In jüngster Zeit am erfolgreichsten war: der Blockbuster „Barbie“. All die genannten Werke eint, dass sie das Thema mit (mal mehr, mal weniger) Ironie beleuchten. Wie nun auch diese Farce.

   Die Pygmalion-Figur heißt hier Rémi (Vincent Macaigne). Der verklemmte Endvierziger arbeitet nicht sonderlich erfolgreich als Kunstrasen-Vertreter. Sein Privatleben teilt er auf Anregung eines Psychiaters hin mit einer Sexpuppe namens Audrey (Zoé Marchal). Und die wird lebendig. Wobei sie den Erwartungen absolut nicht entspricht. Audrey ist nämlich emanzipiert …

   Der Film interessiert sich nicht allein für Rémi, sondern auch – und vor allem! – für die Seelen der Frauen. Schade, dass Audrey dabei am kürzesten wegkommt. Ausführlicher rücken die Schwester des Antihelden, Domi (Adèle Journeaux), und eine zeitweise Kollegin von ihm, Patricia (Cécile de France), ins Bild. Eher in sich gekehrt die eine, recht offenherzig die andere. Beide lassen sich von Männern nicht die Butter vom Brot nehmen. Und Rémi kommt ins Schwitzen …

   Nein, intellektuell geht das nicht in die Tiefe. Spaß ist angesagt, aber durchaus mit Hintersinn. Besonders einige Szenen zwischen den Geschwistern rühren. Star des Films ist Cécile de France. Ihre Patricia, kernig und charmant, klug und offenherzig, wird zur Identifikationsfigur fürs Publikum. Mit ihr lacht man gern. Das insbesondere auch deshalb, weil Rémi dabei nie ausgelacht wird. Der lernt einiges, wie überraschenderweise auch die Zuschauerinnen und Zuschauer, beispielweise welchen Fehler Mann bei einer Liebeserklärung niemals machen darf. Das ist recht vergnüglich.

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