„Etwas ganz Besonderes“

(Deutschland/ 116 Minuten/ Start in Deutschland: 09. 07. 2026)

Wohltuend unaufgeregt. – Leben da, wo mal die DDR war. In bisherigen deutschen Kino-Spielfilmen zum Thema geht es entweder klamottenkomisch oder hochdramatisch zu. Nicht so hier. Autorin und Regisseurin Eva Trobisch spiegelt Durchschnittliches, erzählt von Menschen, die ihr Dasein mal mehr, mal weniger erfolgreich bewältigen, ohne in Extreme abzugleiten. Wohltuend.

   Am intensivsten wird Lea (Frida Hornemann) gezeigt. Zuhause ist die 17-Jährigen in der thüringischen Stadt Greiz. Leas Eltern haben sich getrennt, sind einander aber weiterhin freundschaftlich verbunden. Die Großeltern betreiben einen Waldgasthof. Die Tante der Jugendlichen wirkt beruflich überfordert, nimmt sich aber ebenfalls gern und oft Zeit für die Heranwachsende. Die will mehr. Abenteuerlustig hat sie sich bei einer Casting-Show im Fernsehen angemeldet. Als sie dort von sich erzählen soll, davon, was sie als besonders empfindet, gerät sie ins Schleudern …

    Das Kaleidoskop kurzer und kürzester Szenen gibt dem Publikum erfreulicherweise keine Deutungen vor. So wird es sicher oft passieren, dass jede und jeder einen ganz anderen Film sieht. Reizvoll. Historische und soziale Aspekte werden wie nebenbei angetippt. Vergangenheit und Gegenwart werden nicht oberflächlich gegeneinander ausgespielt. Das aktuelle politische Spektrum von links bis rechts wird reflektiert, ohne dass ein pädagogelnder Zeigefinger erhoben wird. Das Publikum darf mitdenken. Was selten ist im deutschen Kino. Höchst erfreulich!

   Wer‘s Überdeutlich mag, dürfte wohl nicht so begeistert sein. Alle, die es leise und verhalten mögen, werden nun auch nicht gleich von einem Meisterwerk schwärmen, doch die liebevoll gezeichneten Charaktere gern durch ihren Alltag begleiten.

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