„Das Sommerbuch“

(Finnland, Großbritannien /90 Minuten/ Start in Deutschland: 25. 06. 2026)

Bezaubernd. – Hochbetagte Großmutter mit erwachsenem Sohn und dessen neunjähriger Enkelin kurz nach dem Tod der Schwiegertochter und Mutter des Mädchens auf einer kleinen Insel im Norden Europas. Kitschalarm? Eindeutig: nein! Die Verfilmung des 1972 erschienenen gleichnamige Romans der durch ihre Kinderbücher und -comics um die „Mumins“ bekannten Finnin Tove Jansson (1914 – 2001) ist frei von jeglicher Sentimentalität. Vieldeutige Bilder, wenige Worte und das schlichtweg grandiose Spiel der Hauptdarsteller sorgen für einen warmherzigen, sehr gefühlvollen, klugen Kinoabend.

   Der bisher durch Fernsehserien bekannte englische Drehbuchautor Robert Jones und US-amerikanische Regisseur Charlie McDowell haben das Buch nicht eins zu eins auf die Leinwand übertragen. Geschickt wurde die Struktur verändert, weg vom Episodischen hin zu einer eher geradlinigen Erzählung. Im Zentrum: die alte Dame (Glenn Close) und das Mädchen (Emily Matthews). Knappe Gespräche und ruhige Momente in der Natur sind das Wesentliche. Unaufdringlich vermittelt die Oma der Enkelin ihre Sicht auf die Welt und das Leben und gibt dem Kind damit zahlreiche Orientierungshilfen.

   Sensationell: Glenn Close. Oft sagt sie mit einem leisen Lächeln mehr als es endlose Gespräche könnten. Nichts da vom Glamour eines Hollywood-Stars. Mit völlig selbstverständlich anmutender Würde zeigt sie auch Schattenseiten des Alterns. Man möchte sich der von ihr voller Sanftmut verkörperten Frau rückhaltlos hingeben. Die Kamera von Sturla Brandth Grøvlen liebkost sie geradezu. Eine kleine Geschichte – ganz großes Kino.

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