(Deutschland/ 108 Minuten/ Start in Deutschland: 05. 10. 2026)
Aufrüttelnd. – Spielfilme, die versuchen den mörderischen Terror der deutschen Faschisten im sogenannten Dritten Reich zu reflektieren, gibt es bereits viele. Einige sind hervorragend. Diesem nun gebührt eine Ausnahmestellung in der internationalen Filmhistorie. Denn es ist gelungen, das Nicht-Zeigbare und Nicht-Erzählbare fern jeglicher Sentimentalität absolut würdevoll und dabei nicht nur für die Dauer des Kinobesuchs, sondern weit darüber hinaus zu spiegeln.
Drehbuchautorin Alice Brauner (auch Produzentin des Films) und Regisseur Marcus O. Rosenmüller weisen zu Beginn des Films mit einer Schrifttafel auf Folgendes hin: „Für die Menschen, deren Geschichten dieser Film erzählt, war es keine Darstellung – sondern Realität.“ Dem ist so: „Block 10“ befand sich im Konzentrationslager Auschwitz. Hier wurden zwischen 1943 und 1944 grausame medizinische Experimente an Hunderten Frauen durchgeführt. Viele von ihnen starben unmittelbar danach oder wurden ermordet. Nur wenige haben überlebt.
Die im Film auftretenden Frauen sind nicht am Schreibtisch ausgedachte Figuren. Es gab sie wirklich. Bewusst wird keine ausführlich vorgestellt. Hier wird nie auf emotionale Überwältigung abgezielt. Darum werden auch Einzelschicksale allenfalls angedeutet. Gezeigt und damit gebrandmarkt wird der industriell organisierte Terror von Hitlers Schergen. Das ist nur schwer auszuhalten. Man sitzt fassungslos im Kino. Doch wer die Gegenwart verstehen will, sich hoffentlich aktiv in deren Gestaltung einbringen möchte, muss diesen Film sehen. Denn er bestärkt einen darin, wenigstens zu versuchen, gegen jeglichen Ansatz menschenfeindlicher Umtriebe vorzugehen.
Christian Berkel als jüdischer Arzt, der auf perfide Art zum Mittäter gemacht wird, und Axel Prahl als fanatischer Nazi-Leiter der Experimente, sind die wohl Prominentesten aus dem großen Schauspielensemble. Dem gelingt es nicht allein, den in „Block 10“ Geschändeten und Ermordeten ein filmisches Denkmal zu setzen. Viel wichtiger: Die Filmcrew entreißt die Opfer dem Vergessen und gibt ihnen zumindest symbolisch ihre Würde zurück.