„Ein Kuchen für den Präsidenten“

(Irak, USA, Katar/ 102 Minuten/ Start in Deutschland: 05. 02. 2026)

Fesselnd, berührend, nachdenklich stimmend. – Alltag im Schatten: Die neunjährige Lamia (Baneen Ahmad Nayyef) wird 1991 in der Schule gezwungen, zum anstehenden Geburtstag von Diktator Saddam Hussein (1937 – 2006) einen Kuchen zu backen. Wenn sie es nicht schafft, drohen Repressalien. Das Land ächzt unter internationalen Sanktionen. Die sollen die Mächtigen treffen. Doch sie quälen vor allem die so genannten kleinen Leute. Lamia lebt mit ihrer Großmutter in bitterer Armut. Ihre Chancen, die nötigen Zutaten aufzutreiben, sind äußerst gering. Doch das Mädchen gibt nicht auf …

   Das Erzählschema ist konventionell: Ein Mensch in Not begibt sich auf eine Odyssee, um Rettung zu erlangen. Nebenbei zeigen viele Momente, die herrschenden gesellschaftlichen (Miss-)Verhältnisse. Was Regisseur Hasan Hadi in seinem ersten abendfüllenden Spielfilm mit Feingefühl und unaufgeregt gelungen ist. Nie drängt sich eine Botschaft in den Vordergrund. Agitation bleibt aus. Gefühle sind das Entscheidende. Der aus Rumänien stammende Kameramann Tudor Vladmimir Panduru, 2017 bekannt geworden durch den vielfach ausgezeichneten deutsch-georgischen Spielfilm „Meine glückliche Familie“, zeigt das nicht in grellen Bildern. Gedreht wurde nahezu ausschließlich mit natürlichem Licht. Das sorgt für eine besondere Atmosphäre. Überwiegend agieren Laiendarsteller. Sie haben eine verblüffend starke Präsenz. Allen voran begeistert Baneen Ahmad Nayyef. Sie strahlt eine steinerweichende Intensität aus. Ihr kann sich wohl niemand entziehen.

   Ab und an gibt es überaus wirkungsvolle Momente einer märchenhaften Überhöhung. Nicht zufällig spielt ein Hahn eine wichtige Rolle. – Drehbuchmitautor war der US-Amerikaner Eric Roth, 1995 mit einem Oscar für „Forrest Gump“ ausgezeichnet. Inzwischen konnte er sechs weitere Nominierungen für den begehrtesten Filmpreis der Welt einheimsen. Der wäre auch in diesem Fall verdient gewesen.

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