„Wilma will mehr“

(Deutschland/ 112 Minuten/ Start in Deutschland: 31. 07. 2025)

Bühnenstar Fritzi Haberlandt endlich mal wieder in einer Kino-Hauptrolle. – Die Story ist, nun ja, okay: Frau aus Ostdeutschland, nicht mehr jugendlich, noch nicht alt, gerät in den 1990er Jahren ins Abseits. Denn die blühenden Landschaften, die von Polit-Tribünen für die Zeit nach dem Fall der Mauer prophezeit worden sind, gibt es nicht. Weithin ist nur Brachland auszumachen. Aber Titelfigur Wilma ist nicht kleinzukriegen. Als sie auch noch privat in eine missliche Lage gerät, haut sie ab Richtung Wien. Und wieder heißt es: Beiß Dich durch!

   Nein, wahnsinnig originell ist die Story nicht. Bemerkenswert ist der Film aber doch. Denn Drehbuchautorin und Regisseurin Maren-Kea Freese versteht sich auf detailfreudige Milieubilder. Dazu hat sie überaus liebevoll das Porträt der Hauptfigur gestaltet. Fritzi Haberlandt als Wilma gelingt die kraftvolle Studie einer Frau, die handelt, statt dass sie jammert, die Schmerz und Ängste kennt, sich davon aber nicht unterkriegen lässt. Ihr zuzusehen und damit der Wilma erstaunlich nah in ihrem Denken und Fühlen zu kommen, ist eine Erfahrung mit Nachwirkung. Man schaut sich nach dem Film ein kleines bisschen anders im Spiegel an als vorher.

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