(USA/ 116 Min / Start in Deutschland: 21. 08. 2025)
Uninteressant! – Schon „Past Lives – In einem anderen Leben“, der Debütspielfilm von Autorin und Regisseurin Celine Song, bekam jede Menge gute Kritiken. Schon damals war das erstaunlich. Denn der Film lief auf die altbackene Pointe hinaus, dass eine Frau nur an der Seite eines Mannes glücklich werden kann. Ach, Jottchen …
Solchen Plunder preist auch „Was ist Liebe wert – Materialists“. Wobei nicht klar wird, ob das eine Komödie oder Tragödie sein soll. Erzählt wird anfangs von Entsetzlichem, nämlich davon, dass es jede Menge Leute gibt, die Liebe mit finanzieller Absicherung verwechseln. Beleuchtet wird das über die dünne Story einer Frau zwischen zwei Männern. Der eine schwimmt im Geld, der andere lebt in prekären Verhältnissen. Gibt es wirklich Kino-Fans, die nicht von Anfang an ahnen, für wen sich die Hauptfigur, eine professionelle Partnervermittlerin, am Ende entscheiden wird? Gähn!
Schauspielerisch wird überwiegend 08/15-Gehabe geboten. Was daran liegt, dass das Drehbuch keinerlei darstellerische Raffinesse verlangt. Lediglich (Chris Evans) im Part des armen Schluckers hat bemerkenswerte Szenen. Den Rivalen verkörpert der derzeit (warum nur?) vielgepriesene Pedro Pascal. Ihm wurde von Buch und Regie, genau wie Hauptdarstellerin Dakota Johnson, nichts an Wandelbarkeit abverlangt.
Kreist der Film in der ersten Hälfte immerhin um die Frage, wie dumm es ist, materiellen Erfolg als A und O des Lebens zu nehmen, rutscht er in der zweiten tief in die Klamottenkiste kitschiger Liebesschnulzen. Witz? Fehlanzeige! Man denkt betrübt an Hits wie „Harry und Sally“ und „e-m@il für Dich“ oder erst recht an legendäre Komödien wie „Ehekrieg“ mit Katharine Hepburn in der Hauptrolle. Sie durfte da schon Ende der 1940er Jahre weitaus emanzipierter und selbstbewusster auftreten als Dakota Johnson heutzutage. Aus Witz erwuchs Spannung. Es war einmal.