(USA/ 132 Minuten/ Start in Deutschland: 08. 01. 2026)
Tränendrüsendrücker vom Feinsten! – Kitsch? Ja, durchaus. Aber: Inszenierung und Schauspiel sind derart grandios, dass einem das völlig wurscht ist. Also: Gehirnaktivität auf Sparflamme gesetzt und die Schleusen der Tränendrüsen geöffnet.
Man mag’s nicht glauben, doch es stimmt: Die Story wurde von wahren Ereignissen angeregt. Kate Hudson und Hugh Jackman spielen ein Paar, das in den 1990er Jahren in den USA lokal und regional einige Erfolge feiert. Sie tingeln mit Neil-Diamond-Hits. Jubel, Jubel, Jubel. Bis das Schicksal zuschlägt …
Kate Hudson und Hugh Jackman sind darstellerisch und stimmlich eine Wucht. Man glaubt ihnen die Leute von nebenan, die sich von nichts und niemandem klein kriegen lassen wollen, die um ihr bisschen Glück und jede Menge Würde kämpfen. Glaubhafte Charaktere in einer real anmutenden Welt. Das hat heutzutage im Kino fast schon Seltenheitswert.
2008 hat Regisseur Greg Kohs bereits einen Dokumentarfilm über die Zwei gedreht. Seine Versuche, den Stoff als Spielfilm umzusetzen, scheiterten über Jahre. Es fand sich kein Finanzier. Schließlich hat er zusammen mit seinem Kollegen Craig Brewer ein Drehbuch verfasst, dass potenzielle Produzenten überzeugt hat. Ein Glücksfall für alle, die handfesten Kintopp mögen. Die Stars Kate Hudson und Hugh Jackman agieren nicht als Stars. Von Eitelkeit keine Spur. Jeder Moment wirkt aufrichtig. Und die heute vielfach nur noch als Party-Grölerei bekannt Songs von Neil Diamond klingen bei ihnen oft erstaunlich gehaltvoll. Entscheidend: Das Hauptdarsteller-Duo fasziniert mit sensiblen Charakterstudien. Da rückt auch Ernsthaftes wie Vietnam-Kriegs-Erfahrungen und Alkoholsucht ins Blickfeld, ohne dass es plump wird. Wer nah am Wasser gebaut hat, dürfte Rotz und Wasser heulen. Herrlich!