(USA, 2024, 103 Minuten/ Start in Deutschland: 27. 03. 2025)
Effektvolle Verfilmung eines Bühnenstücks mit gaaanz viel schwarzem Humor. – Er und sie und ihr fast erwachsener Sohn aus erster Ehe wollen einige Zeit im schnieken Sommerhaus verbringen. Ruhig soll es sein und harmonisch. Doch es kommt anders. Denn mörderische Schatten aus der Vergangenheit des Gatten und Stiefvaters stören alle erhoffte Idylle …
„Riff Raff“ heißt umgangssprachlich Gesindel, Abschaum. Und als solches stellt sich hier jede und jeder irgendwann heraus. Das gerade in den USA gern hoch gehaltene Bild vom schönen Familienglück klassischer Art fällt gehörig aus dem Rahmen. Genauer: Es wird mit satirischer Verve ins Licht der Wahrheit gezerrt. Schwarzhumorig geht’s dabei zu, auch mal tief unter der Gürtellinie, sehr tief. Weil intelligent, entlarvt der Witz so einiges, das es zu entlarven gilt, beispielsweise den Bildungsmangel, die Frauenfeindlichkeit, den Waffenwahn, so wie in „Gottes eigenem Land“ allgegenwärtig. Gottes eigenes Land? Der Film enttarnt es als Hölle.
Das Schauspielteam agiert mit Verve und Können. Die Pointen purzeln im richtigen Timing. Und wenn’s mal richtig eklig wird, ist da bei den Akteuren rasch ein Augenzwinkern auszumachen. Die Prominentesten des Ensembles sind sicherlich Ed Harris und Bill Murray. Doch die (n Deutschland nicht sehr populäre) Jennifer Coolidge spielt alle anderen an die Wand. Sie verkörpert eine der Schattenfiguren, Eindringling Ruth, Ex-Frau des Hausbesitzers, dem Alkohol und offenbar gleich diversen Drogen zugetan. Jennifer Coolidge gelingt es, die Figur nicht zur dämlichen Schreckschraube zu degradieren, sondern Sympathien für sie zu wecken. Bemerkenswert! Wie auch der Film an sich: Der „American Way of Life“ wurde im Kino schon lang nicht mehr derart trefflich demontiert.