„Parthenope“

(Italien, Frankreich, 2024, 136 Minuten/ Start in Deutschland: 10. 04. 2025)

Bezaubernde Liebeserklärung an Neapel und mehr. – Regisseur Paolo Sorrentino schwelgt in der Liebe zu seiner Heimatstadt Neapel, in der Antike unter dem Namen Parthenope bekannt. So heißt auch die Protagonistin seiner filmischen Elegie, hinreißend verkörpert von Celeste Dalla Porta in ihrer ersten Spielfilm-Hauptrolle. Sorrentino, bisher als Zeichner männlicher Psychogramme bekannt, bleibt sich dabei durchaus treu: Denn er befasst sich vor allem mit den Bildern und Visionen, die Männer entwickeln, sobald sie der jungen Schönheit begegnen. Dabei verzichtet er klugerweise auf jegliche Enthüllung der Titelfigur. Weder ist sie nackt zu sehen, noch wird ihre Seele entblößt. Allerdings blickt er tief in die Seele seiner geliebten Stadt – und entdeckt vor allem Melancholie.

   Die Präsenz der Hauptdarstellerin, eine exquisite Bildgestaltung, intelligenter Musikeinsatz und das verhaltene Nachdenken über den Sinn allen Seins begeistern. Am Ende, nach mehr als zwei Stunden, bleibt der Eindruck, nicht nur einen wunderschönen Ausflug ans Mittelmeer unternommen zu haben, sondern ins menschliche Sein eingetaucht zu sein. Das durchaus lebensnah: Auch nach einer Urlaubsreise verdichten sich die flirrenden Erinnerungen an Momente flüchtigen Glücksempfindens gelegentlich zu einigen Gedanken mit Nachhall, Selbsbefragung inklusive.

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