„Mickey 17“

(USA, 2025, 137 Minuten/ Start in Deutschland: 06. 03. 2025)

Robert Pattinson in der bisher herausforderndsten Rolle seiner Karriere. – Allerdings ist es nicht nur eine Rolle. Mickey gibt es mehrfach. Es sind also Rollen, die der Star spielt. Der Titelheld, Mickey Nummer 17, lebt in unbestimmter Zukunft. Die Welt ist mit dem Etikett „kaputt“ wohlwollend beschrieben. Um seinen Unterhalt zu verdienen, arbeitet er als „Expendable“, als „Ersetzbarer“. Expendables sind Leute, die in höchst brenzligen Situationen zum Einsatz kommen, um Gefahren von einzelnen Menschen oder ganzen Menschengruppen abzuwenden. Verliert einer der Expendables im Job sein Leben, ist er sofort ersetzbar – durch einen Klon. Das hat bei Mickey schon sechzehn Mal geklappt. Aber bei Nummer 17 geht’s schief. Er wird fälschlich für tot gehalten und Nummer 18 erschaffen. Was 17 natürlich nicht passt. Kann er die 18 ausschalten? Stress ist angesagt. Dazu kommt das Problem, dass niemand mitbekommen darf, was Sache ist. In dem Fall nämlich würden beide Mickeys eliminiert…

   Der südkoreanische Drehbuchautor und Regisseur Regisseur Bong Joon-ho, 2020 weltbekannt geworden mit gleich vier Oscars für seine im Jahr davor uraufgeführte Satire „Parasite“, offeriert alles andere als 08/15-Kintopp. Die krude Story ist deutlich antikapitalistisch und antikolonialistisch. Der Film entpuppt sich rasch als bitterböse Studie einer allein an materiellem Profit orientierten Gesellschaft. Dabei gibt es effektvolle Action und Spannung. Clou des Spektakels: Robert Pattinson. Mickey 17 und Mickey 18 sind sehr unterschiedliche Typen, was der Schauspieler wirkungsvoll, aber ohne Übertreibungen, herausgearbeitet hat.

   Dazu fasziniert die visuelle Gestaltung des Films. Was ausgleicht, dass die Sozialkritik in einigen Szenen doch etwas polternd daherkommt und oberflächlich wirkt. Vieles aber geht einem wirklich unter die Haut. Die hier gezeigte düstere Utopie mutet nämlich sehr oft verdammt gegenwärtig an.

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