„Hamnet“

(Großbritannien/ 125 Minuten/ Start in Deutschland: 22. 01. 2026)

Gefühlvolle Shakespeare-Saga. – Die irische Romanautorin Maggie O’Farrell beleuchtet in ihrem 2020 erschienenen Bestseller „Judith und Hamnet“ die Folgen des Todes von Hamnet, Shakespeares Sohn, im Alter von elf Jahren. Zentrale Frage: Wie können Eltern mit einem derartigen Verlust umgehen, können sie da überhaupt? Darum dreht sich auch der Film – und das verblüffend unsentimental. Noch stärker als das Buch wird die Allgemeingültigkeit der Story betont. Ein solcher Schicksalsschlag kann schließlich jede und jeden treffen.

   Große Enthüllungen um das Leben Shakespeares gibt es nicht. Er (Paul Mescal) und seine Frau (Jessie Buckley) werden als Menschen wie Du und ich gezeigt. Nach dem Tod des elfjährigen Sohnes flüchtet der Theatermann in seine Arbeit, verarbeitet all seinen Schmerz in einem neuen Stück, „Hamlet“, benannt nach dem toten Kind, dessen Namen in jenen Tagen auch als Hamnet gebräuchlich ist. Wobei die fiktive Story insbesondere auf Shakespeares Gattin blickt. Ihr ist die Flucht in die Kunst nicht gegeben. Und doch hilft ihr letztlich genau diese Kunst, mit dem Schrecklichen zu leben …

   Kameramann Łukasz Żal hat intensive, oft beklemmende Bilder geschaffen. Alle Schönheit hat immer auch Düsteres. Ideale Spielräume für das exzellente Hauptdarsteller-Duo Jessie Buckley und Paul Mescal. Ihre nuancenreichen Charakterporträts fesseln und berühren. Man glaubt jedes Wort, spürt die Verwundungen ihrer Seelen. Das ist oft sehr still, verhalten, leise. Am Ende allerdings wird ganz großes Kino geboten.

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