(Frankreich/ Belgien/ Großbritannien, 93 Minuten, Start in Deutschland: 27. 03. 2025)
Warum nur sind deutsche Verleihtitel oft derart dämlich wie dieser?! Achtung: Der Film ist besser! – Die melancholische Komödie heißt im Original „Au fil des saisons“, „Im Lauf der Jahreszeiten“. Das ist nicht nur treffenderweise mehrdeutig, sondern auch intelligenter als der wirklich bescheuerte deutsche Titel. Soll damit etwa auf den bald drei Jahrzehnte zurückliegende Erfolg von „Funny Bones“ angespielt werden? Ach, Jottchen!
„Au fil des saisons“ spielt in den USA, ist aber sehr, sehr französisch. Es geht um drei Frauen: Großmutter, Tochter/ Mutter und Tochter/ Enkelin. Die jüngste, Charlie, wusste bisher nicht, dass die älteste, Solange, noch lebt. Eines Tages taucht sie im Leben von Charlie und deren Mama Laura auf. Denn Laura hat ihre Mutter gerufen. Der Grund: Sie scheint unheilbar krank zu sein …
Catherine Deneuve steht für Eleganz und Glamour – und in diesem Film mitten in einem Schwarm gackernder Hühner. Das ist komisch. Doch darauf ruht sich der Film nicht aus. Durchaus hintergründig geht es um Gewichtiges wie Krankheit, Sterben, Lebensängste. Was nicht mit nervender Schwere, sondern ganz leicht, garniert mit einem Quäntchen Ironie, beleuchtet wird.
Ein Meisterwerk ist das nicht, schon allein, weil die Story doch ein wenig vorhersehbar gestrickt wurde. Aber Catherine Deneuve im Part der Solange und Andrea Riseborough lassen einen gern darüber hinwegsehen. Die zwei bieten erstklassiges Schauspiel. Ein Film, der einen mit einem wohligen Gefühl aus dem Kino entlässt. Kommt heutzutage nicht allzu oft vor.