„Extrawurst“

(Deutschland/ 100 Minuten/ Start in Deutschland: 15. 01. 2026)

Gelungene Satire. – Okay: Das Finale des Films schwächelt. Da wird’s dann doch albern und zu seicht. Bis dahin aber ist eine für deutsche (Kino-)Verhältnisse erstaunlich bissfeste Satire zu erleben. Da wird ein Kleinstadt-Tennisverein zum Spiegel der deutschen Gesellschaft an sich: Nach außen hin herrscht Friede, Freude, Eierkuchen – im Innern, in den Köpfen viel zu vieler, rumort es in Wahrheit dumpf und düster. Eine absurde Diskussion um Grilloptionen für Nicht-Muslime (die Mehrheit) und Muslime (die Minderheit) im Sportklub bringt’s an den Tag.

   Viele klug-giftige Pointen sorgen für zahlreiche Lacher, die einem auch mal im Halse stecken bleiben. Das Hin-und-Her der Hasstiraden (meist ohne wirkliche Argumente) offenbart, was hier und heute besonders schiefläuft: Es geht viel zu oft nicht mehr um Vernunft, erst recht nicht um Anstand, und schon gar nicht um Miteinander, sondern nur noch darum, die kleinen, eigenen Bedürfnisse bedient zu wissen. Wer laut ist, ist stark – und wer stark ist, hat das Sagen.

   Das in den letzten Jahren deutschlandweit viel gespielte Theaterstück wurde straff fürs Kino bearbeitet. Herausgekommen ist ein zündendes Konversationsstück, durchweg auf den Punkt gespielt. Hape Kerkeling spielt den Tennisklubchef überraschend dezent – und erzielt damit höchstmögliche Wirkung. Auch die übrigen Ensemblemitglieder sind in Höchstform. Da erreichen sogar Kalauer Komödienformat. Bemerkenswert, unterhaltsam, und stellenweise erfrischend tiefsinnig.

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