(USA, 129 Minuten/ Start in Deutschland: 03. 04. 2025)
Die Botschaft ist alt. Der Mensch ist des Menschen größter Feind. Langweilig? Mitnichten! – Regie-Altmeister Ron Howard („Apollo 13“, „Illuminati“) zeigt mal wieder, dass selbst die fadeste Story mitreißend erzählt werden kann, wenn man sich aufs Erzählen versteht. Und darauf versteht sich der Mann, der 2002 für die beste Regie und den besten Film gleich zwei Mal mit einem Oscar für „A Beautiful Mind – Genie und Wahnsinn“ ausgezeichnet wurde, großartig.
Ron Howard hat sich der sogenannten Galápagos-Affäre angenommen, einem der spektakulärsten Kriminalfälle des 20. Jahrhunderts: 1934 kamen mehrere Menschen auf der Galápagos-Insel Floreana um oder verschwanden spurlos. Das mysteriöse Geschehen wurde bereits -x mal künstlerisch beleuchtet, in Büchern, im Theater, im Film. Klugerweise geht es „Eden“, das Drehbuch dazu hat Howard zusammen mit dem Autor Noah Pink geschrieben, nicht darum, Aufklärung zu leisten, was wann wirklich geschehen ist. Viel wichtiger ist die Vorführung der Bestie Mensch an sich.
Die kleine Story geht von Bekanntem aus: Der Berliner Zahnarzt Friederich Ritter (Jude Law) und seine Geliebte Dora (Vanessa Kirby) wollen auf der Insel Floreana im Galápagos-Archipel im Pazifischen Ozean ihr Paradies errichten. Das Aussteiger-Paar hat keine Lust mehr auf ein Dasein im Korsett der Konventionen. Doch sie bleiben nicht allein. Margaret (Sydney Sweeney) und Heinz Wittmer (Daniel Brühl) gesellen sich zu ihnen – und die alles andere als lupenreine Baronin Eloise Bosquet de Wagner Wehrhorn (Ana de Armas) samt Liebhabern. Der schöne Traum wird rasch zum mörderischen Alptraum …
Geboten wird solides Schauspiel. Herausragend: Ana de Armas. Sie überzieht gnadenlos. Das tut sie bewusst! Damit macht sie die „Baronin“ zur Schlüsselfigur. Die personifiziert alle Inhumanität. Damit wird die Figur zur Gestalt gewordenen Warnung vor der Hybris des Menschen, sich über die Natur zu stellen. Faszinierend!