„Die Farben der Zeit“

(Frankreich, Belgien/ 124 Minuten/ Start in Deutschland: 14. 08. 2025)

Feinstes Wohlfühlkino! – Die Spielfilme des Franzosen Cédric Klapisch kreisen nahezu alle um die Frage, was das Leben lebenswert macht. Antworten darauf gibt es viele. Die jeweils beste zu finden, erweist sich für die Hauptpersonen der erzählten Geschichten immer als kompliziert. Das ist auch hier so, im ersten Kostümfilm des Regisseurs.

   Paris, 1895: Die junge Adèle (Suzanne Lindon), Anfang 20, kommt aus der Normandie in die große Stadt. Sie sucht ihre Mutter Odette (Sara Giraudeau), von der sie einst zurückgelassen wurde. Durch verschiedene Umstände erfahren die Nachfahren Adèles Geschichte – und werden dadurch auf sich selbst und ihre Porbleme hier und heute aufmerksam …

   Cédric Klapisch erzählt die Emanzipationsgeschichte mit leichter Hand. Paris, gestern und heute, ist dabei mehr als Kulisse. Der launige Episodenreigen um Liebe, Lebenslust und Leidenschaften geht nicht immer in die Tiefe, amüsiert aber durchweg und regt auch zum Nachdenken über manch Gewichtiges an. Beispielsweise wird der Wert von Bildung als Grundlage eines selbstbestimmten Lebens beleuchtet.

   Der Film besticht durch die unaufgeregte Art des Erzählens. Dazu kommt, dass viele Szenen den reinsten Augenschmaus bieten. Kameramann Alexis Kavyrchine hat eine wirklich anziehende Bildwelt geschaffen. Die sensible Inszenierung und die schauspielerische Klasse runden das gedankenreiche Vergnügen ab. Kein Meisterwerk. Unterhaltung mit Anspruch.

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