(Italien/ 95 Minuten/ Start in Deutschland: 12. 02. 2026)
Kluges Psychogramm eines alternden Künstlers. – Autorenfilmer Nanni Moretti erzählt wieder mal vor allem von sich selbst. Das tut er mit Ironie und durchaus kritischem Abstand. Er hat den Film geschrieben, inszeniert, produziert und spielt die Hauptrolle, sein Alter Ego Giovanni (Nanni ist die Kurzform des Namens), einen in die Jahre gekommenen Filmregisseur. In seinem neuen Projekt möchte er sich mit der Geschichte der 1991 aufgelösten Kommunistischen Partei Italiens befassen. Ein schwieriges Unterfangen, schon allein, weil viele jüngere seiner Landsleute nicht einmal wissen, dass es in ihrem Heimatland je eine kommunistische Partei gegeben hat. Dazu quälen Giovanni auch andere Probleme, etwa die Entfremdung von Gattin Paola (Margherita Buy), einer wahren Powerfrau, und beider erwachsenen Tochter Emma (Valentina Romani). Auch das Verhältnis zu Produzent Pierre (Mathieu Amalric) ist getrübt …
Witz und Dramatik, Gesellschaftsanalyse und Psychogramm, Unterhaltung und Nachdenklichkeit kommen bestens zusammen. Humor und Melancholie sind geradezu perfekt miteinander ausbalanciert. Stilistisch gelingt mancher schöne Drahtseilakt, etwa wenn tiefgründige Diskussionen zu künstlerischen und gesellschaftlichen Problemen und Musical-Nummern miteinander harmonieren. Giovanni entpuppt sich als Symbolfigur für das heutige Italien. Was der Film nicht prätentiös vor sich her trägt. Manchmal wird’s gar böse satirische, so wenn all jene bloßgestellt werden, die sentimental den angeblich guten alten Zeiten nachtrauern. Moretti sagt es klar: Die gab es nie.