(USA/ 100 Minuten/ Start in Deutschland: 26. 03. 2026)
Grandiose One-Man-Show! – Wer den Schauspieler Ethan Hawke nicht mag, sollte diesen Film meiden wie der Teufel das Weihwasser. Denn er beherrscht das Kammerspiel von A bis Z. Hawke verkörpert einen gefallenen Star, den Textdichter Laurenz Hart, der von etwa 1925 bis 1940 -x Hits geschrieben hat, beispielsweise „The Lady is a Tramp“ und „Blue Moon“. Jetzt ist er am Ende. Vor allem der Suff hat ihn ins Abseits gespült. Sein langjähriger beruflicher Partner ist mit Konkurrent Oscar Hammerstein II eine berufliche Beziehung eingegangen. Am Abend des 31. März 1943 feiern die zwei den Sensationserfolg ihres ersten gemeinsamen Broadway-Babys, des Musicals „Oklahoma!“, im Sardi’s, New Yorks damals angesagtestem Treff der Schönen und Reichen und vieler aus der Welt des Showbusiness‘. Lorenz Hart verharrt am Rand, an der Bar. Er redet und redet und redet. Sein aufmerksamster Zuhörer ist er selbst. Zu hören ist in all dem Wortschwall vor allem eins: der verzweifelte Versuch eines Verlorenen, seine Selbstachtung nicht zu verlieren.
Ethan Hawke bekam verdientermaßen eine Nominierung für den Oscar als bester Hauptdarsteller. Der Preis ging (durchaus berechtigt!) an Michael B. Jordan. Was Hawkes Leistung nicht schmälert. Es ist absolut faszinierend, wie er das Innerste des von ihm verkörperten Mannes nach außen transportiert und dabei nie zu vordergründigen Mitteln greift. Ganz großes Theater. Eine wahre Tour-de-Force. Der man als Freund emotional und intellektuell reifer Schauspielkunst mit Wonne beiwohnt. Wahrscheinlich ist das Vergnügen besonders groß, wenn man sich ein wenig in der Geschichte des Broadways auskennt, diesen oder jenen Namen schon mal gehört hat. Das muss aber nicht sein. Die ausgefeilte Charakterstudie begeistert auch so. Neben Ethan Hawke brilliert Margaret Qualley im kleinen, aber ziemlich wichtigen Part von Lorenz‘ guter Freundin Elizabeth. Von dieser Schauspielerin dürfen wir noch manch Großes erwarten.
Der Film endet alles andere als fröhlich. Nichts da mit Traumfabrik-Schmus. Trotzdem schwebt man aus dem Kino – mit einem Lächeln auf den Lippen. Das ist Ethan Hawke zu danken, der Klasse der Inszenierung von Richard Linklater – und ein wenig auch dem titelgebenden Song, der am Ende in satter Schönheit erklingt.