„A Missing Part“

(Belgien, Frankreich/ 98 Minuten/ Start in Deutschland: 02. 04. 2026)

Einfühlsam! – Romain Duris darf wieder einmal sein Können als Interpret vielschichtiger Charaktere beweisen. Er verkörpert einfühlsam den in Tokio lebenden Franzosen Jérôme, kurz Jay genannt. Als Taxifahrer kennt er die Stadt in und auswendig. Jede Fahrt ist für ihn ein Abenteuer. Das aus sehr persönlichem Grund: Jay hofft, seine zwölfjährige Tochter Lily (Mei Cirne- Masuki) zu finden. Schon neun Jahre, seit der Trennung von seiner japanischen Frau Keiko (Yumi Narita), hat er sie nicht gesehen. Was auch (!) an Japans Familienrecht liegt: Kinder dürfen nur eine oder einen Erziehungsberechtigten haben. Jay darf sein Kind erst dann offiziell treffen, wenn das Mädchen bzw. die junge Frau achtzehn Jahre alt ist. Aber er möchte mehr leisten als die regelmäßigen Unterhaltszahlungen. Drum hält er Ausschau. Und eines Tages sieht es so aus, als wäre tatsächlich seine Tochter zu ihm ins Taxi gestiegen …

   Der Film offeriert eine äußerst sensible Auseinandersetzung mit Problemen familiärer und kultureller Zugehörigkeit. Kitsch bleibt aus. Im Mittelpunkt steht der Gedanke, wie abhängig Heranwachsende im positiven oder auch negativen Sinn von ihren Eltern Sinn. Das führt zu einer starken Allgemeingültigkeit der Story. Höchst feingeistig werden zudem Debatten zum Thema Integration reflektiert, wie sie derzeit in vielen Ländern geführt werden. Weil unspektakulär, ist die Wirkung nachhaltig.

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