„Paris Murder Mystery“

(Frankreich/ 105 Minuten/ Start in Deutschland: 16. 04. 2026)

Durchtrieben. – Jodie Foster in ihrer ersten französischsprachigen Hauptrolle. Das allein macht neugierig. Kurz und gut: Man vergisst ganz schnell, dass das unter „Besonderes“ fallen könnte. Schließlich spielt sie eine in Paris lebende US-Amerikanerin. Die heißt Lilian Steiner, arbeitet als Psychoanalytikerin, hadert mit eigenen Problemen emotionaler und anderer Art, und gerät in Konfusion, als sie den Eindruck gewinnt, eine ihrer Klientinnen sei ermordet worden.

   Seelenklempnerin als Detektivin – das schreit nach einer Komödie. Und, ja, es wird durchaus komödiantisch. Dies allerdings auf höchst hinterhältige Art. Das nicht nur, weil die Frage, ob es überhaupt ein Verbrechen gegeben hat oder nicht, lange unbeantwortet bleibt. Manchmal denkt man da schmunzelnd an Kino-Hits von Alfred Hitchcock, gelegentlich an einige von Billy Wilder und sogar an Ingmar Bergman. Muss man aber nicht, man amüsiert sich auch so. Denn Jodie Foster und Mathieu Amalric als vermeintlicher oder wirklicher Gattinnen-Mörder sowie Daniel Auteuil als Lilians ihr gutherzig zugetaner Ex-Gatte fahren schauspielerisch zu Hochform auf.

   Regisseurin Rebecca Zlotowski setzt auf vertrackten Humor. Vieles ist absolut nicht so, wie es im ersten Moment erscheint. Der oft luftig anmutende Spaß birgt sehr viel Ernst. Und wenn Lilian am Ende ein anderer Mensch geworden ist, gibt einem das erstaunlich viel zum Nachdenken mit auf den Heimweg. Und Jodie Foster macht einem da – wieder mal – ein Geschenk. Wie sie eine extreme Veränderung des von ihr mit feinsten Pinselstrichen gezeichneten Charakters deutlich macht, das ist große Schauspielkunst.

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