„Vier minus drei“

(Österreich, Deutschland/ 120 Minuten/ Start in Deutschland: 16. 04. 2026)

Mut machend! – Der sachlich anmutende Titel „Vier minus drei“ benennt Schockierendes: Eine Frau, Barbara, Clownin von Beruf, verliert durch einen Unfall ihren Gatten und die zwei gemeinsamen Kinder. Wie weiterleben? – Die wenigen Stichworte lassen Skepsis aufkommen. Kino-Kitsch? Absolut nein! Das auf Tatsachen basierende Drama rutscht nicht einen einzigen Moment ins Sentimentale ab.

   Regisseur Adrian Goiginger („Rickerl – Musik is höchstens a Hobby“) und Drehbuchautor Senad Halilbašić setzen nicht auf Effekthascherei, sondern auf Wahrhaftigkeit. Kein Wort, keine Geste, nichts mutet kalkuliert an. Dennoch wird tief in die Gefühlswelt der Hauptfigur eingetaucht. Wie sie, so geht die Filmerzählung behutsam auf die Frage zu, wie aus purem Überleben wieder ein wirkliches Leben werden kann. Küchentischpsychologie bleibt dabei außen vor. Auch Kalendersprüche haben keine Chance.

   Hauptdarstellerin Valerie Pachner durchmisst die Flut an Schmerz, Wut, Fassungslosigkeit, Trotz, Hoffnung, Sich-Aufbäumen, Sehnsucht, Lebensgier eindringlich. Herzzerreißend, aber eben nicht herzig. Dabei balanciert sie Nähe und Distanz perfekt aus. Man mag manchmal gar nicht glauben, dass sie spielt. Die Österreicherin, jetzt Ende 30, gehört zweifellos zu den besten europäischen Charakterschauspielerinnen. Man schaut ihr nicht zu, man gibt sich ihr hin. Verblüffend ist, wie sie selbst in härtesten Augenblicken eine leise Ironie ausstrahlt. Insbesondere Dank Valerie Pachner verlässt man das Kino alles andere als niedergeschlagen.

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