(USA, Irland, Frankreich/ 110 Minuten/ Start in Deutschland: 26. 02. 2026)
Launig. – Jim Jarmusch auf den Spuren von Familienbanden. Dabei fokussiert er auf diverse Beziehungen von erwachsenen Kindern zu ihren Eltern. Klar, dass dabei einige Bitterkeit aufkommt. Doch der Autor-Regisseur setzt, wie stets, nicht auf Knalleffekte, sondern auf eher leise Momente. Dabei beobachtet er, bewertet jedoch nicht.
Großer Reiz des Films: eine ganze Riege an Stars. Charlotte Rampling und Tom Waits, die erfahrensten und bekanntesten in der langen Promi-Riege, spielen alle anderen an die Wand, indem sie weniger spielen, als dass sie sind. Sie brauchen keine theatralischen Auftritte, um das Innere einer Figur nach außen zu holen.
Die stärksten Szenen sind jene, in denen lange geschwiegen wird. Oft ist das eine lastende Stille. Viele Dialoge weisen pointiert darauf hin, dass zwar oft ausgiebig geplappert, dabei aber nur wenig gesagt wird. Das ist amüsant, geht gelegentlich unter die Oberfläche und schenkt einem dann einiges zum Nachdenken. Schlüsselsatz des Films: „Familie kann man sich nicht aussuchen.“ Muss das aber in Tristesse enden? Jarmusch verteilt keine wohlfeile Antwort auf die Frage. Und er belässt es auch nicht beim Blick auf Privates. Ganz fein lenkt er den Blick vom Kleinen aufs Große. Man verlässt das Kino drum äußerst angeregt.