„The Assessment“

(Deutschland, USA, Großbritannien, 114 Minuten/ Start in Deutschland: 03. 04. 2025)

Knallharte Science-Fiction mit Grips. – Bei Spielfilm-Debüts drücken selbst hartgesottene kritische Geister gern mal ein Auge zu. Das hat die französische Autorin und Regisseurin Fleur Fortuné nicht nötig. Ihr in naher Zukunft angesiedeltes Drama, ihr erster abendfüllender Spielfilm, sieht aus, als habe eine altgediente Riege-Größe inszeniert. Was nicht heißt, dass der Film makellos ist. In der zweiten Hälfte geht die Spannungskurve leider etwas nach unten. Was aber den guten Gesamteindruck nicht trübt.

   Die Geschichte spielt in naher Zukunft. Eine Klimakatastrophe hat die Menschheit geschrumpft. In der Welt der Überlebenden ist scheinbar alles vorgeschrieben. Nichts bleibt dem Zufall überlassen, so gut wie nichts persönlichen Entscheidungen. Sogar das Kinderkriegen ist reglementiert. Willige Paare müssen eine strenge Bewertung, ein Assessment, über sich ergehen lassen. Mia (Elizabeth Olsen) und Aaryan (Himesh Patel) wagen es. Drum steht eines Tages Bewerterin Virginia (Alicia Vikander) vor ihnen. Sieben Tage und Nächte begleitet sie die zwei, selbst in intimsten Augenblicken. Womit Ängsten, Hass, Misstrauen, Zweifeln und Wut die Tore geöffnet werden. Positives? Fehlanzeige!

   Der stellenweise sehr spannende Film nutzt das unheilschwangere Zukunftsszenario, um gänsehautträchtig zu unterhalten und um über aktuelle Bedrohungen der Demokratie nachzudenken. Letzteres erfolgt erfreulich leise. Man kann das auch bewusst übersehen und überhören und sich „nur“ amüsieren. Die Schauspiel-Crew, allen voran Oscar-Preisträgerin Alicia Vikander als Virginia, bietet bestes Entertainment. Allein das fasziniert. Im Finale allerdings ist es unmöglich, die deutliche Warnung an uns hier und heute zu ignorieren: Die Menschheit dürfte sich ziemlich bald abschaffen, wenn der globalen Unmenschlichkeit nicht endlich Paroli geboten wird.

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