„The Steps“

Sylvester Stallone „The Steps“, C. Bertelsmann, 352 Seiten; Preis: 28,00 Euro

Verblüffend offenherzig. – Ein bisschen bekannt, schon gibt’s Memoiren. Die haben zwar keinen nennenswerten Inhalt, aber prominente Namen allein kurbeln offenbar bereits den Verkauf an. Nun ist Sylvester Stallone inzwischen 80. Da darf Mann. Und: Er kann’s. Nicht, dass der schreibende Kinostar berauschende literarische Höhen erklimmt. Das wollte er garantiert auch nicht. Aber er versteht sich auf Spannungsaufbau und emotionale Intensität. Sein Buch ist ein echter page-turner.

   Angenehm schlicht erzählt er, dabei durchweg aufrichtig anmutend, von Zeiten der finanziellen Not, Selbstzweifeln, Ängsten. Insbesondere die immer ersehnte doch nie gefundene Anerkennung der Mutter nimmt breiten Raum ein. Das bestimmt sogar das Finale des Buches. Es endet 1977 mit der dreifachen Oscar-Ehrung des von Sylvester Stallone selbst verfassten und mit ihm in der Hauptrolle realisierten Boxer-Dramas „Rocky“. Aber selbst dieser enorme Erfolg wird vom Schmerz, den die fehlende Liebe der Mutter ausgelöst hat, überdeckt.

   „The Steps“ ist – und das macht diesen Erinnerungsband so angenehm – kein „ich“-Buch. Stallone beschwört immer wieder das „wir“. Er macht klar, dass er seinen Ruhm bei allem Ehrgeiz, aller Disziplin und allem Willen auch und vor allem der Unterstützung vieler Menschen zu danken hat. Damit weist sein Buch klug über die Story vom Aufstieg eines Einzelnen hinaus. Die deutliche Betonung der Notwendigkeit des Miteinanders im Persönlichen und im Gesellschaftlichen steht in deutlichem Gegensatz dazu, dass der Autor in den letzten Jahren vielfach als Anhänger Donald Trumps aufgetreten ist. Die Leserschar darf sich also ab und an auch wundern. Vor allem, klar, werden die Fans jedoch zur Bewunderung verführt. Warum auch nicht?!

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