(USA/ Mexiko/ Großbritannien/ 128 Minuten/ Start in Deutschland: 01. 10. 2026)
Verwirrend. – Alejandro González Iñárritu gehört mit „Amores Perros“, „Babel“ und „Birdman“ zu den Autor-Regisseuren, die größte Aufmerksamkeit verdienen. Erzählerische Lust und intelligente Spiegelungen gesellschaftlicher Zu- und Missstände haben begeistert. Begeistern soll ganz offenbar auch „Digger“. Nur schade: Das klappt nicht so ganz. Es hätte dringend eines ordnenden Lektorats bedurft. Der angestrengt um Originalität ringende Film wird vielfach als Satire bezeichnet. Doch das ist er nicht. Dazu fehlt es an Zuspitzung. Die kreischende Story um einen gewissenlosen Geschäftsmann (Tom Cruise) wabert zu wirr zwischen Absurditäten, Pseudweisheiten und Vulgarität herum.
Tom Cruise, das ist nicht neu, ist ein exzellenter Schauspieler. Sein Können blitzt trotz einer grotesken Maskerade, die einen den Star kaum erkennen lässt, mehrfach durch. Fans des Action-Helden Cruise werden nicht bedient. So verwundert’s kaum, dass ein auffälliger Zuschauerabgang in der besuchten Kino-Vorstellung am Starttag schon wenige Minuten nach Filmstart begann. Tatsächlich muss man sich schon sehr am Riemen reißen, um nicht vor dem Finale zu türmen. Denn spätestens nach dem entscheidenden Twist, mit dem eine zweite Erzählebene aufgestemmt wird, macht sich gruselige Langeweile breit. Daran ändern auch exzellente Dartstellungen von John Goodman und Riz Ahmed nichts. In einer Minirolle tritt auch Sandra Hüller auf. Wäre ihr Part im Schnitt der Schere zum Opfer gefallen, hätte das keinen Verlust bedeutet. Apropos Schnitt: Alejandro González Iñárritu hat nach der Uraufführung von „Bardo“ zum Vorteil des Films kräftig gekürzt und umgearbeitet. Vielleicht macht er das nun auch in diesem Fall. Es könnte „Digger“ nur gut tun.