(Pakistan, Deutschland, Saudi-Arabien/ 88 Minuten/ Start in Deutschland: 03. 09. 2026)
Eindringlich. – Die Welt betrachtet aus den Augen eines Kindes. Die zehnjährige Rabia (Nazualiya Arsalan) lebt in Pakistan, weitab vom Schuss. Endlich ist das Ende der Schulferien da. Die Zehnjährige freut sich auf den Unterricht. Doch die Schule ist geschlossen. Angeblich, so erzählen ihr Erwachsene, hat ein Dschinn den Lehrer und das Gebäude verhext. Dschinns? Geister? Das Mädchen zweifelt und versucht, die Wahrheit zu ergründen …
Seemab Gul, britisch-pakistanische Drehbuchautorin und Regisseurin, erzählt in ihrem Spielfilm-Debüt klar strukturiert, was das Kind an einem Tag erlebt und erfährt. Das ist schlicht. Gerade weil es keine inszenatorischen Schnörkel gibt, baut sich eine starke Eindringlichkeit auf. Das Publikum ist durchweg dicht dran. Ohne aufdringliche Agitation entsteht ein facettenreiches Bild der gegenwärtigen pakistanischen Gesellschaft. Rasch ist klar: Profitstreben regiert. Und deutlich wird zudem, welche alltäglichen Auswirkungen althergebrachte Geschlechterrollen haben.
Seemab Gul beweist, dass die klare Spiegelung von Alltag überaus wirksam sein kann. Nazualiya Arsalan, sensibel geführt, strahlt eine große Wahrhaftigkeit aus. Ihre Darstellung ist so intensiv, dass man durchweg ihre Neugier teilt, mit ihr mitfiebert. Bemerkenswert ist, wie das innere Reifen der Figur gleichsam miterlebbar wird. Am Ende: kein rosarotes Finale. Aber Hoffnung.