(Frankreich, Belgien/ 99 Minuten/ Start in Deutschland: 20. 08. 2026)
Saukomisch. – Gleich vorweg: Das ist nichts für Feingeister. (Drum auch „saukomisch“ als Stichwort.) An diesem Spielfilm hat nur Spaß, wer sich gern mal unter Niveau amüsiert. In dem Fall will das Lachen kein Ende nehmen.
Das Marsupilami, wuscheliges Fabelwesen mit viel Anarcho-Potenzial, hat seit den frühen 1950-er Jahren weltweit eine Fan-Gemeinde. Einerseits scheu, andererseits nicht zimperlich, darf das Urwald-Tierchen nun schon zum zweiten Mal im Kino für Unterhaltung sorgen. Beim ersten Mal (2012) schaffte es die französische Realverfilmung in Deutschland lediglich auf DVD und Blu-ray. Dieses Mal also Kino. Ein wesentlicher Grund dafür dürfte sein, dass für die Krachklamotte in Frankreich mehr als sechs Millionen Tickets verkauft worden sind. Es dürften sich also auch hierzulande hohe Einnahmen erwarten lassen.
Die Story startet mit einem Missgeschick: Dem Safariparkangestellten David, gespielt von Regisseur Philippe Lacheau, passiert ein Fehler. Nun ist sein Job in Gefahr. Rettung verspricht eine geheime Mission: Er soll für seinen Chef (Jean Reno) ein Paket von Südamerika nach Frankreich schmuggeln. Tarnung: eine Kreuzfahrt samt der Ex-Freundin Tess (Élodie Fontan), dem gemeinsamen sechsjährigen Sohn Léo (Corentin Guillot) und dem liebenswerten Kollegen Stéphane (Julien Arruti). Weil der das Paket öffnet, kommt die „Geheimware“ ans Tageslicht – ein Baby-Marsupilami. Und das sorgt nun für wirklich schräge Abenteuer. Dabei geht’s gern unter die Gürtellinie und in andere nicht unbedingt stubenreine Gefilde …
Wer nicht mehr blutjung ist, erinnert sicherlich den US-amerikanischen Komödien-Hit „Verrückt nach Mary“ (1998). Der Vergleich drängt sich auf – und fällt nicht zu Gunsten des Marsipulami aus. Denn Mary wirbelte einst gegen alle Prüderie, die hier fröhliche Urständ feiert. Und Mary griff einem ans Herz. Das soll eine Nebenhandlung um David und seine Ex auch. Es klappt jedoch nicht, weil dieser Teil des Geschehens viel zu dünnblütig ist. Und auch die Schmusemomente von Bibi und Léo hauen einen nicht um. Das aber tut der rasant servierte Blödel-Witz. Ob man nun will oder nicht – man muss sich einfach vor Lachen biegen. Und warum auch nicht?! Gut eineinhalb sinnfreie Stunden schaden niemandem. Man darf nur nicht vergessen, das Gehirn nach dem Kinobesuch wieder anzuknipsen.