„Sunny Dancer“

(Großbritannien/ 106 Minuten/ Start in Deutschland: 13. 08. 2026)

Bewegend. – Großes Kino, ohne dass auf die Tube gedrückt wird. Dabei ist die Story an sich recht klein: Die 17-jährige Ivy (Bella Ramsey) hat eine Krebserkrankung bewältigt. Sie ist in Remission. Heißt: Alles sieht gut aus, doch ein Risiko ist geblieben. Niemand kann mit Sicherheit sagen, ob die Krankheit nicht doch wieder zuschlägt. Ivy, klar, will unbeschwert leben. Weshalb sie es gar nicht schätzt, dass ihre Eltern sie in ein Camp für Jugendliche schicken. Alle dort sind in der Situation des Mädchens. Medizin-terror statt Ferienfreuden? Weit gefehlt …

   George Jaques, selbst erst Mitte 20, hat sich von persönlichem Miterleben zu seinem Film anregen lassen: Vor etwa zehn Jahren erkrankte seine Mutter an Brustkrebs. Ihr Kampf dagegen, insbesondere ihre Zuversicht und ihr Mut, sind ihm, so hat er in Interviews erzählt, unvergesslich. Er glaubt fest daran, dass die Lehren, die seine Mutter, die ganze Familie, aus dem Erlebten gezogen haben, anderen helfen können. Im Bann des Films unterschreibt man das sofort. Denn die Geschichte von Ivy strotzt letztlich nur so vor Lebensfreude.

   Drehbuchautor und Regisseur George Jaques ist mit äußerstem Feingefühl zu Werk gegangen. Er zeigt Ängste und Schmerz, verharmlost nichts, setzt jedoch auf Lebenslust. Da ist denn auch viel Raum für Humor. Kitsch allerdings hat keinen Platz.

   Bella Ramsey ist als Ivy ein Ereignis. Kein Moment wirkt gespielt. Man meint, wirklichem Leben beizuwohnen. Ihre Darstellung ist ungemein differenziert. Sie greift einem tatsächlich ans Herz. Ohne vordergründige Altklugheit vermittelt sie den entscheidenden Gedanken des Films: Krankheit gehört zum menschlichen Dasein dazu. Im Umgang damit helfen keine oberflächlich-dümmlichen Ratschläge. Wichtiger, wenn auch kein Allheilmittel, ist die Gemeinsamkeit mit anderen.

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