(Frankreich/ 91 Minuten/ Start in Deutschland: 28. 05. 2026)
Verblüffend. – Anfangs sieht es so aus, als entwickele sich eine 08/15-Story nach dem erprobten Muster, dass sich zwei Menschen erstmal kabbeln, um schließlich in Liebe zueinander zu erblühen. Doch der französische Regisseur Jean-Pierre Améris bietet einiges mehr. Die Geschichte des in die Jahre gekommenen Chansonniers Antoine Toussaint (Gérard Darmon) und der etwas jüngeren, meist recht verpeilt anmutenden Victoire (Valérie Lemercier) erreicht eine unerwartete Tiefe. Da werden nämlich Themen wir Einsamkeit, Todessehnsucht, Versagensängste, Ausgegrenztheit erstaunlich deutlich benannt. Die geschmackssichere Inszenierung und das exzellente Schauspiel sorgen dabei dafür, dass es nie kopflastig wird.
Das Hauptdarsteller-Duo lässt noch die unglaublichsten Momente glaubhaft erscheinen. Es darf oft geschmunzelt werden, gelegentlich sogar schallend gelacht. Doch: Die Komik erwächst durchweg aus Tragischem. Valérie Lemercier punktet mit Herzenswärme, Gérard Darmon gelingt es mit vielen Zwischentönen, eine zunächst unsympathische Figur in eine liebenswerte zu verwandeln.
Regisseur Jean-Pierre Améris und seine Drehbuchmitautorin Marion Michau setzen clever auf pointierte Sprachspiele und forsche Situationskomik. Melancholische Momente sorgen für die notwendigen Kontraste. Geboten wird gute Unterhaltung, nicht mehr und nicht weniger.